Sie sind hier:

Goldmedaillen für Schinken und Wurst

Berufsschulprojekt bei den Fleischern erzielt Goldmedaillen

Gibt es bei Ihnen um die Ecke noch einen Fleischer? Die Chancen dafür sind relativ gering. Die Anzahl der Metzgerbetriebe ist innerhalb von 10 Jahren massiv zurückgegangen. Manche befürchten ein Aussterben des Handwerks, doch ein genauerer Blick auf die Branche zeigt, dass sie innovativ und quicklebendig ist. Immerhin verzehren die Deutschen im Schnitt – trotz rückläufigen Fleischkonsums – immer noch knapp 60 kg pro Jahr. Und da lohnt es sich doch, beim lokalen Metzger seines Vertrauens einzukaufen, anstatt zur gesichtslosen Industrieware mit unklarer Vorgeschichte zu greifen.

Dass dieses Handwerk auf guten Nachwuchs setzen kann, zeigt sich an einem Schulprojekt, das an der Gewerblichen Schule Schwäbisch Gmünd durchgeführt wurde. Dabei entwickelten die Fleischerazubis im zweiten und dritten Ausbildungsjahr verschiedene Wurstwaren unter Anleitung von Fachlehrer Suitbert Geiger. Diese wurden der strengen Prüfung durch die DLG vorgelegt. Dabei lagen Planung, Rezepturbeschaffung und die Herstellung der eingesandten Produkte voll in den Händen der Schüler.

Bei der DLG (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft) können Hersteller Lebensmittel durch ausgewiesene Fachleute testen und bewerten lassen. Der Sensorik kommt bei der DLG-Qualitätsanalyse eine zentrale Bedeutung zu. Im Mittelpunkt der sensorischen Anforderungen stehen die visuellen (z.B. Farbe, Form), die haptischen (z.B. Konsistenz und Textur), die olfaktorischen (Geruch) und gustatorischen Dimensionen (Geschmack).

Sachverständige beschreiben und bewerten dann anhand der sechsstufigen DLG-5-Punkte-Skala die Intensitäten der festgestellten Merkmalseigenschaften. Die Höchstnote 5,0 erhalten bei der DLG nur Produkte, die die DLG-Qualitätsstandards fehlerfrei erfüllen. Die Höhe dieser Qualitätszahl ist ausschlaggebend für die DLG-Prämierung in Bronze, Silber oder Gold.

Alle eingereichten Produkte erhielten die Bestnote 5,0, also einen Goldenen Preis! Im dritten Ausbildungsjahr waren das die Ziegensalami, die Delikatessleberwurst und die Lyoner von Alex D`Ambrosio, Matthias Erb, Nico Frank, Torben Häutle, Nico Setzer und Adam Simon.

Im zweiten Ausbildungsjahr wurde von Fabian Baumann, Matthias Harbich, Hannes Kosek, Johannes Schlumpberger und Sascha Thum Lachsschinken und geräucherte Schinkenecke den Prüfern vorgelegt. Auch diese Produkte erzielten einen Goldenen Preis.

Hier zeigt sich das hohe Niveau der Ausbildung im Fleischerhandwerk in der Berufsschule in Schwäbisch Gmünd und bei den Ausbildungsbetrieben auf der Ostalb. Für jedes entwickelte Produkt erhielten die Schüler eine Goldmedaille. Eine klare Bestätigung der hohen Qualität der Azubis und ihres fachlichen Könnens. Abteilungsleiter Andreas Ebner und Fachlehrer Suitbert Geiger freuen sich mit den ausgezeichneten Schülern.

Die Auszubildenen erlernen ihr Handwerk in folgenden Metzgereien: Baumhauer in Bargau, Renner in Giengen, Wieland in Gaildorf, Lang in Lauterstein, Uhl in Lauchheim, E-Center in Aalen, Moser in Rainau, May in Adelmannsfelden, Bihr in Dischingen, Heußler in Gerstetten-Dettingen

Zurück