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Testlauf für den Unterricht der Zukunft

Ingenieurpädagogen der Hochschule Aalen stellen passgenaue interaktive Lerninhalte an der Gewerblichen Schule vor

Gelassen klickt sich der angehende Mechatroniker auf seinem Laptop durch die Multiple-Choice-Aufgaben. Das Prinzip erinnert ihn an die Vorbereitung auf die theoretische Führerscheinprüfung. Heute wiederholt er allerdings die Grundlagen der Elektrotechnik und Mechanik, die er in seinem Berufsleben häufig brauchen wird. Das sieht bei ihm alles ganz leicht aus. „Ich habe keine Probleme mit dem Stoff, aber zum Üben ist der Trainingskurs super“, berichtet er.

Mit 25 weiteren Berufsschülern und Berufsschülerinnen im zweiten Lehrjahr testet er an der Gewerblichen Schule interaktive Lerninhalte, die von Studenten des Studiengangs Ingenieurpädagogik auf Moodlebasis erstellt wurden. „Die Idee war, den jungen Leuten Möglichkeiten zu bieten, den Stoff selbstständig zu erschließen und einzuüben“, sagt Abteilungsleiterin Christine Anderle-Wendel.

Wie erfolgreich war jetzt dieser Testlauf? Die Berufsschüler waren mit Eifer dabei und sehen den Trainingskurs als wertvolle Hilfe für die Prüfungsvorbereitungen an, stellen aber auch klar, dass ein reiner Onlineunterricht keine Option für eine optimale Ausbildung sei. Die erste Begegnung mit neuem Unterrichtsstoff sollte doch besser mit live präsenten Lehrkräften stattfinden. Die Berufsschullehrer regen an, die Aufgaben mehr als Szenario anzulegen, die an Problemstellungen im betrieblichen Ablauf angelegt sind. Mit einem zusätzlichen schriftlichen Feedback nehmen Anna Buss, Florian Mohaupt und Andreas Raab von der Hochschule Aalen viele Anregungen und Ideen mit nach Hause, die es auszuwerten und einzuarbeiten gilt. Professor Lukas Amadeus Schachner zeigt sich beeindruckt von dem konstruktiven Austausch zwischen der Gewerblichen Schule und der Hochschule. „Hier entsteht eine Win-win-Situation, die für beide Seiten wertvoll ist“, bilanziert der Hochschullehrer. Dieses Projekt werde in den nächsten Jahren fortgesetzt. Christine Anderle-Wendel spricht von einem großen Erfolg und dankte den Studenten für die passgenaue Entwicklung des digitalen Projekts, das für die Lehrkräfte eine große Unterstützung bedeutet. Für alle ist klar, dass die Digitalisierung weitergeht – und was beruhigend ist: Ganz ohne persönliche Begegnung soll die Ausbildung der Zukunft auch nicht stattfinden.

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