Sie sind hier:

Von Kohle über Erdgas zu Wasserstoff

Am 2. Juni 2022 fand eine Exkursion des Technischen Gymnasiums Schwäbisch Gmünd zum Kohlekraftwerk nach Altbach/Deizisau statt. Schülerinnen und Schüler der 13. Klasse besuchten in Begleitung ihrer Chemielehrerin Brigitte Enssle das Heizkraftwerk der EnBW.

Das Kraftwerk besteht aus 2 Steinkohleblöcken, 3 Gasturbinenanlagen und einem Gas-Öl-Kombiblock in Kaltreserve. Es ist eine zuverlässige Energiequelle in der Region. Die zwei Heizkraftwerksblöcke werden mit Kohle betrieben und produzieren gleichzeitig Strom und Fernwärme – so werden die Brennstoffe effizienter genutzt und es kann jeweils eine Fernwärmeleistung von 280 Megawatt ausgekoppelt werden. Die Anlagen an diesem Standort erzeugen eine elektrische Leistung von insgesamt ca. 1 200 Megawatt.

Das Heizkraftwerk wird in den folgenden Jahren umgebaut und statt mit Kohle künftig mit Erdgas betrieben. Dafür sollen bereits jetzt Gas- und Dampfturbinen-Anlagen gebaut werden. Das Gaswerk könnte auf Knopfdruck Strom- und Fernwärme produzieren und somit die erneuerbaren Energien ergänzen. Es wäre sehr flexibel und zuverlässig und springt dann ein, wenn nicht genügend Wind- und Sonnenstrom zur Verfügung steht. Zusätzlich wird der Ausstoß von Treibhausgasen um mehr als 50% gesenkt. Das Erdgas soll als Übergang genutzt werden, bis genügend grüner Wasserstoff zur Verfügung steht und die Infrastruktur darauf umgestellt ist. Bis 2026 soll der Standort Altbach/Deizisau vollständig kohlefrei sein.

Es ist wichtig, sich über den enormen Energieverbrauch bewusst zu werden. Selbst im Standby-Modus wird deutschlandweit Strom von drei Heizkraftwerken benötigt. Gleichzeitig ist es wichtig, die erneuerbaren Energien weiter auszubauen, wie es bereits beispielsweise mit Offshore Windparks in Dänemark und Schweden getan wird. Uns war vor der Führung nicht bewusst, wie viel Energie in einem Heizkraftwerk erzeugt wird und wie enorm wichtig es nicht nur für die Region, sondern für die gesamte Wirtschaft ist. Durch den Krieg in der Ukraine ist außerdem die Abhängigkeit in Bezug auf Gas und Kohle nochmals sehr deutlich geworden. Die meiste Kohle und vor allem das Gas wurden aus Russland importiert. Im Moment wird keine Kohle mehr von dort bezogen und wegen der einbrechenden Gaslieferungen aus Russland soll trotz der CO2-Problematik verstärkt Kohle zur Stromerzeugung genutzt werden.

Zurück