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Weißenhofsiedlung und Staatsgalerie

Die Klasse des Berufskollegs Gestaltung in der Weißenhofsiedlung Stuttgart vor dem Haus des Architekten Hans Scharoun

Nach der Corona-Exkursionspause: Das einjährige Berufskolleg Gestaltung besucht die Weißenhofsiedlung und die Staatsgalerie in Stuttgart

Pandemiebedingt konnten seit eineinhalb Jahren weder Exkursionen noch Studienfahrten stattfinden – jetzt ist dies wieder möglich: Entsprechend groß war die Freude der Schülerinnen und Schüler des einjährigen Berufskollegs Gestaltung, als sie zu ihrer ersten Fachexkursion nach Stuttgart aufbrechen konnten. Die Weißenhofsiedlung und die Staatsgalerie standen auf dem Programm der ganztägigen Exkursion. An beiden Zielen begaben sich die Schülerinnen und Schüler auf die Spur der Moderne: In der Weißenhofsiedlung erfuhren die gestaltungsinteressierten Schülerinnen und Schüler, was das Revolutionäre an den 33 kubischen Flachdachhäusern, die 1927 den Kern der Werkbund-Ausstellung „Die Wohnung“ ausmachten, darstellte und auch heute noch darstellt. Und in der Sammlung der Klassischen Moderne in der Staatsgalerie Stuttgart unternahmen die Exkursionsteilnehmer einen Spaziergang durch die Kunstströmungen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit tradierten Inhalten und Formen brachen. An beiden Exkursionszielen erlebten die Schülerinnen und Schüler Unterrichtsinhalte hautnah und greifbar: Der Gang durch das mit Originalfarben und Originalmöbeln bestückte Haus Le Corbusier konfrontierte die Exkursionsteilnehmer nicht nur mit einem eindrücklichen ästhetischen Ensemble, sondern mit einem immer noch aktuellen Lebensmodell: Der mobile Mensch in mobiler Umgebung – Schiebewände schaffen Raum, Betten verschwinden in Wandschränken, der Mensch beschränkt sich auf das Wesentliche und wird frei im Denken. Die visionäre Kraft der Architekten stand wortwörtlich im Raum, der Bauhausgedanke „Kunst und Gestaltung sollen und können das Leben verändern“ war spürbar. Viele Eindrücke formten sich zu intensiven Impulsen, Querverbindungen wurden sichtbar und Bezüge erkennbar. Die Kunstströmungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren ein Experimentierfeld der Moderne – Bauhaus und Weißenhofsiedlung ebenso. Werke der Bauhaus-Lehrenden Kandinsky, Klee und Schlemmer sind in der Staatsgalerie zu bewundern, der Gründer des Bauhauses – Walter Gropius – ist mit einem Haus in der Weißenhofsiedlung vertreten und Mies van der Rohe – ab 1930 der dritte Bauhausdirektor – hatte beim Bau der Weißenhofsiedlung die Bauleitung inne und errang durch die schon damals große nationale und internationale Wirkung der Weißenhofsiedlung großes Ansehen. „Exkursionen bieten ganz besonders intensive und nachhaltige Lern-erfahrungen,“ betonen die beiden Gestaltungs-Fachlehrer im Berufskolleg, Gabriele Kohn und Mathias Hütter, und weisen darauf hin, dass noch weitere „Ortstermine“ in diesem Schuljahr folgen werden – der Besuch der Semesterausstellung an der Hochschule für Gestaltung, ein Besuch eines Designbüros und eine Abschlussfahrt mit Gestaltungsschwer-punkten.

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